Aus dem Leben der Brunnenfiguren

Ihr seid ja alle Augsburg Profis und wisst, dass wir sehr viele Brunnenfiguren haben.

Und viele der Brunnenfiguren sind ja witterungserprobt, haben schon viel zu ihren Füssen erlebt und gesehen und sind dadurch hart im Nehmen.

Georg und Neptun zum Beispiel. Die stehen da ganz friedlich das ganze Jahr auf ihren Plätzen und gucken zu, wie die Augsburger im Sommer unter ihnen essen und trinken.

Und ach das mit dem Schnee ist ihnen grundsätzlich auch nicht fremd.

Merkur genauso, er liebt den ganzjährigen Trubel um ihn rum.

Schnee findet er lästig, erträgt ihn aber tapfer. Seit Jahren. Immerhin gibt dann der kleine unten mal eine Ruh und hört auf die Sandalen aufzumachen.

Die Engel und Flügel sind ja nur in der Wintersaison da. Wenns mal schneit, ist das OK für sie. Sie würden sich jetzt eher über Aperolspritz Trinker unter ihnen wundern.

Herkules, ein spezieller Fall. Männlich, stark, haha aber so ein Weichei bei Schnee. Hat die letzten Jahre gern rumgejammert wenn es Schnee gab. Aber dieses Jahr.. alles anders.

Weil… die Damen hören ja zu.

Das erste Mal ohne Abdeckung haben die Damen erst zu seinem Mißfallen die Engel angeflirtet um jetzt zu jauchzen und kichern beim Schnee. Die finden Schnee nämlich absolut spitzenklasse.

Wenn wir schon von neuen Erfahrungen sprechen. Auch der Augustusbrunnen hat keine Abdeckung. Und Lech findet es gar nicht lustig. Der weisse Schnauzer ging ja noch aber dann. Hey… Hallo? Kümmert sich da keiner? Und dann auch noch diese Gerüche: Zucker, Alkohol, Bratwurst, Sauerkraut.

Auch die kleinen an den beiden Brunnen machen ihre Erfahrungen. von Lausbub über Spielkinder bis hin zum Bademantelträger.

So jetzt aber zu Cheffe… Cheffe Gustl ist Schnee gewohnt, er steht da komplett drüber. Gehört halt hier dazu.. in Rom hätte es das nicht.. Aber egal hier in SEINER Stadt ist das halt mal so.

Ausserdem ist wieder echt was los zu seinen Füssen. Glühmarkt… achso man sagt ja jetzt CKM zum Christkindlesmarkt. Tief einatmen, lecker… und am Abend ist der letzte Rest im Glühweinkessel immer für ihn.

Gestern abend war das ja schon ein bißchen arg viel Schnee. Er murmelte. „Naja heut nacht schüttel ich mich ein bißchen, wenn alle im Bett sind, dann geht das schon wieder.“

„Aber der mistige Schnee klebt wie sonst was und ist auch echt schwer. Das ist eklig. Unwürdig eines Kaisers.“

Grösstes Problem: Er sieht nichts. Er hat ja gern den Überblick und dirigiert die Leute rum.

Ausserdem: wie kriegt er jetzt seinen Feierabend-Glühwein?

Der arme Gustl.

Nachtrag: am Sonntag war die Sicht wiederhergestellt.. und die Versorgung war 1a.